27 Februar, 2008
Eine Pressemitteilung der Datenschutzbeauftragten niedersächsischer Hochschulen hat mich wieder einmal nachdenklich gemacht. Dort wird zurecht moniert, dass die personenbezogenen Daten teils rechtswidrig zu lange gespeichert werden.
Hier wird wieder einmal das Spannungsfeld von Datenschutz und Dauerhaftigkeit deutlich. Wenn ich in Richtung einer Personal Learning Environment (PLE) gehen möchte, die dem Lerner idealerweise ein Leben lang verfügbar ist, auf der anderen Seite aber sämtliche Daten löschen muss, die während eines Kurses angefallen sind, habe ich ein Problem, oder?
Wie lässt sich das vereinbaren?
Die einzige Idee, die ich im Moment habe wäre eine PLE, die komplett in der Hand des Lerners ist (bzw. von diesem zu einem Anbieter delegiert wurde) und er somit die Kontrolle über die Daten behält. Diese PLEs können während eines Kurses zusammengeschaltet werden und bilden die Lernumgebung des jeweiligen Kurses.
So weit die Theorie. Im Detail gibt es dann aber viele Fragen. Müssen die Daten redundant in jeder PLE gehalten werden? Gibt es das Wiki und die hochgeladenen Dateien des Kurses dann nicht nur ein mal, sondern auf jeder beteiligten PLE?
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Verfasst von Sami Mussbach
19 Juli, 2007
Unser Innenminister ist außer Rand und Band was die Vorschläge neuer “Sicherheitsmaßnahmen” gegen jedwede Gefahren anbelangt. Das Internet soll auch ein rechtstaatlicher Ort werden, in dem alles kontrolliert und gesittet ablaufen soll. Sorry, aber ich kanns nicht mehr hören.
Die Zeitung “Das Parlament” schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe (29/30 S.5) sehr deutlich, dass es sich hierbei sicherlich um Kalkül handelt, mit dem bewusst viele Tabus gebrochen werden sollen, um dann die eigentlichen Schweinereien tatsächlich durch das Parlament zu bekommen, ohne dass die Aufregung allzu groß ist, weil die sich schon an den Tabubrüchen abgearbeitet hat. Machiavelli lässt grüßen. Und Otto Schily hat es mit dem Otto-Katalog ja auch erfolgreich vorgemacht.
Es regt sich aber langsam Widerstand. In der Blogosphäre gibt es die Aktion NoPSIS, die von Klaus Wockenfoth ins Leben gerufen wurde. NoPSIS steht für “No Programm zur Stärkung der Inneren Sicherheit”. Es sollen Vorschläge geschickt werden, die später dem Innenminister präsentiert werden sollen, damit er sich mal informieren kann, was Verfassung eigentlich bedeutet. Eine Unterschriftenaktion ist auch online.
Man wird sehen was es bringt, auf jeden Fall tut Widerstand hier Not! Wenn dann noch so ein Unsinn wie mit dem “Hackerparagraphen” passiert erst recht!
Was hat das Ganze mit E-Learning zu tun?
Die Auseinandersetzung mit Datenschutz ist gerade für den Bereich E-Leraning sehr relevant und wird m.E. häufig etwas zu lachs gesehen. Allerdings ist auch hier Bewegung drin. In der Community zur Lernplattform Moodle wird über die Anforderungen des Datenschutzes diskutiert und demnächst in die internationale Community hineingetragen.
Die Reflexion über Datenschutz ist sehr wichtig. Wenn dann von staatlicher Seite ein Angriff auf den Datenschutz gefahren wird oder zumindest gut gemeintes deutlich übertrieben wird, muss das auch die Anbieter von E-Learning zum Nachdenken bringen. Gerade Bildungsprozesse sind meist ein Resultat von dem Umgang mit Freiheit. Wenn diese Freiheit nicht mehr zur Verfügung steht, fallen ungerichtete, ungeplante und ungesteuerte Lernprozesse auch deutlich seltener aus.
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Verfasst von Sami Mussbach