27 April, 2008
Schon seit ich mir das Buch gekauft habe, wollte ich das Buch Döring (2003): Sozialpsychologie des Internet hier wärmstens empfehlen.
Nicola Döring behandelt das Thema Internet aus einer sozialwissenschaftlichen Richtung und geht dabei sehr fundiert vor und definiert die verschiedenen Kommunikationsweisen, die über das Internet und seine Dienste möglich sind.
Dazu führt sie Kommunikationstheorien ein, die generelle zwischenmenschliche Kommunikation betrachten und fokussiert sie auf ihre Anwendung im Internet. Modernere Theorien direkt zur computervermittelten Kommunikation (cvK) sind natürlich auch dabei. Nicola Döring setzt sich intensiv mit der Rolle der Emotionen in der cvK auseinander und vertritt fundiert die Auffassung, dass sich auch in nicht-face-to-face-Situationen gut und effektiv kommunizieren lässt. Nur eben anders als f2f. Verschiedene Theorien und Ansätze gegeneinander ausspielen zu wollen, ist unsinnig.
Nicola Döring räumt den Konzepten Identität, Soziale Beziehungen und Gruppen im Internet einen großen Raum ein. Methoden der Onlineforschung und Quellen zur sozialwissenschaftlichen Onlineforschung runden das Buch ab.
Obwohl es für Publikationen, die das Internet betreffen schon “uralt” ist, sind die vorgestellten Konzepte weiterhin aktuell.
Dieses Buch kann man sich tatsächlich auch selbst kaufen 
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Verfasst von Sami Mussbach
18 Dezember, 2007
Eine Grundschullehrerin, der ich meine Diplomarbeit vorstellte, fragte mich, für welche Zielgruppe ich denn eigentlich schreibe. Anders gefragt, ab wann macht der Einsatz neuer Medien bzw. Werkzeugen des Web2.0 Sinn?
Ich finde das eine nicht einfach zu beantwortende Frage. Ich würde aber sagen, dass das Lernen mit neuen Medien erst dann Sinn macht, wenn die Kompetenzen zu Reflexivität aufgebaut sind. In dem Lernen in hybriden Lernumgebungen ist ein wesentlicher Aspekt, der immer wieder auftritt, das bewusste Reflektieren des Medieneinsatzes und der Potentiale und Restriktionen der einzelnen Werkzeuge.
Dazu muss aber ein ziemlich fortgeschrittener Reflexionsgrad erreicht sein. Erst einmal muss mit Klafki das gestaltende Handeln erprobt werden, danach erst sollten m.E. neue Medien eingesetzt werden.
Wann ist diese Entwicklungsstufe in etwa erreicht? Ich weiß es nicht, da werde ich jetzt noch einmal recherchieren müssen.
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Verfasst von Sami Mussbach
18 Dezember, 2007
Es scheint tatsächlich mehr als ein Hype zu sein. Der Rummel um Web2.0 trägt Früchte.
Das Portal Schule Zwo Null (via Gabi Reinmann) richtet sich explizit an LehrerInnen, die ihren Unterricht nach konstruktivistischer Didaktik gestalten wollen und gibt sehr praktische Hinweise, wie die verschiedenen Tools, die es inzwischen für das kollaborative Lernen gibt, im Unterricht sinnvoll verwendet werden können.
In dem Projekt Web2.0 Klasse, das Werkzeuge des Web2.0 eingesetzt und die Ergebnisse in einem Wiki veröffentlicht hat, hat der Einsatz der kollaborativen Werkzeuge einen sehr positiven Einfluss auf die Lernmotivation (via edublog-phr). Das ist doch erfreulich. Gleichzeitig muss aber noch viel an den Rahmenbedingungen geschehen, damit Web2.0 im Unterricht tatsächlich genutzt werden kann.
Auch an diesen beiden Beispielen wird wieder deutlich, dass es bei Web2.0 nicht um die technischen Neuerungen geht, sondern vielmehr um eine veränderte Betrachtungsweise der Möglichkeiten. In dem Sinne stimme ich den Überlegungen von Helge Städtler zu dem Buzzword Web2.0 auch voll zu.
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Verfasst von Sami Mussbach
28 Juni, 2007
Die rigorosen und sehr restriktiven und einschränkenden Urteile des Hamburger Landgerichts gegenüber Betreibern von Web2.0 Plattformen sind ja in der Blogosphäre viel kommentiert worden.
Was aber bedeuten die Urteile für das E-Learning in Bildungseinrichtungen? Wenn ein Teilnehmer einen anderen verunglimpft, und sei es in der Hitze der Diskussion, ist der Betreiber, also der Anbietende der Lehrveranstaltung für die Äußerung haftbar? Das wäre eine sehr krasse Konsequenz und könnte grobe Auswirkungen auf das Anbieten von solchen Portalen haben. Also nicht nur “freie” Portale im Internet wären betroffen, sondern auch zu Bildungszwecken eingesetzte Lernumgebungen. Ganz abgesehen davon, dass es unsinnig wäre, da für in Seminaren getroffene Aussagen (meines Wissens) die Veranstalter nicht belangt werden können.
Oder liege ich mit meiner Einschätzung falsch, weil es quasi geschlossene Veranstaltungen sind o.ä.? Da fehlt mir das Fachwissen.
Zum Glück ist die Rechtsprechung außerhalb des LG Hamburg deutlich realistischer und das LG Hamburg steht mehr und mehr isoliert da.
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Verfasst von Sami Mussbach
18 Mai, 2007
Dieses Video geht zur Zeit durch die Bildungsblogs. Ich denke, das ist es auch wert. Mit Quellenangaben versehen werden hier einige Zahlen zur Nutzung von Medien in der Freizeit und im Unterricht zusammengebracht. Message ist, dass die Reichhaltigkeit des Medieneinsatzes verstärkt werden sollte, um mehr Lernende zu erreichen und zu aktivieren. In der Wissenschaft wird das ja schon lang beschrieben, aber in dieser Präsentation ist es schön aufbereitet.
Die Bandbreite von Teachertube, wo das Video auch zu sehen ist, ist ziemlich schwach. Besser ist sie auf den Seiten der Produzenten des Videos. Die Anbieter des Videos haben zwar ein wirtschaftliches Interesse dahinter (”Please see http://t4.jordandistrict.org/payattention to learn how you can become a better teacher.”), trotzdem ist es auch als genereller Anstoß geeignet.
Via Mandy Schiefner oder e-Learning Blog
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Verfasst von Sami Mussbach
16 Mai, 2007
Heute schlachtet SPIEGEL-Online die Laptopgeschichte noch einmal aus. Nicht minder journalistisch aufgepeppt wie der erste Artikel. Im Grunde wird wieder die selbe Geschichte erzählt. Nur eben nochmal, vielleicht damit es schlimmer wirkt. Die in meinem früheren Eintrag dazu stehenden Erwiderungen bleiben natürlich bestehen, sie sollen hier nicht noch einmal aufgewärmt werden.
Großartig finde ich die Idee, einen getrennten “Technologie-Flügel” einzurichten, in dem gezielt der Umgang mit dem Werkzeug PC trainiert werden soll. So soll Webdesign oder “3D-Architektur” unterrichtet werden. Das konterkariert so ziemlich jeden Versuch, die Vorzüge des kollaborativen Lernens mit neuen Medien in den Unterricht zu bringen.
Damit werden die Werkzeuge isoliert und in einen Streichelzoo gesteckt, in dem sie einzeln und ohne Kontext ausprobiert werden können. In den “klassischen Kernfächern wie Englisch, Mathe und Geschichte” soll der Einsatz eingedämmt werden. Also gerade dort, wo kollaboratives Lernen sehr effektiv sein kann wie im Geschichtsunterricht.
Einige der Kritikpunkte werden auch im Forum zu dem Artikel angesprochen. Es tauchen überwiegend kritische Stimmen zu dem Artikel auf. Es wird dort auch auf den Artikel von Gabi Reinmann verwiesen.
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Verfasst von Sami Mussbach
14 Mai, 2007
Das scheint ja ein Wespennest zu sein. Lustig.
Ich denke auch, dass die Aufregung eigentlich ziemlich überkandidelt ist. Schulen ans Netz hat sich dazu jetzt auch eingeschaltet und mahnt zu zurückhaltender Bewertung. Sie zitieren drei wesentliche Punkte, die Gabi Reinmann in ihrem Artikel im Blog veröffentlicht hat.
Beats Biblionetz hat den Artikel aufgenommen. Dort ist er auch im Volltext einsehbar.
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Verfasst von Sami Mussbach
8 Mai, 2007
Spiegel Online berichtet darüber, dass erste Schulen in den USA nun die Ausstattung der Schüler mit Laptops wieder rückgängig machen. Gründe dafür seien, dass die Schüler keine besseren Ergebnisse vorweisen könnten und die Lernprogramme nutzlos wären und lieber Pornos runtergeladen würden als Fakten zu pauken.
Meiner Ansicht nach muss das etwas differenziert betrachtet werden. Mal abgesehen davon, dass die Quelle Spiegel Online ist und demnach auch zu einem Gutteil journalistisch wirkungsvoll sein soll stecken einige Unklarheiten in der Bewertung.
Was sollte denn gelehrt werden? Sollte es reines Faktenwissen gewesen sein und die Schüler hatten dazu am Rechner nicht mehr Lust als in einer Präsenzveranstaltung, dann ist es nicht weiter verwunderlich. Der Unterricht sei schwieriger geworden, so wird zitiert. Das stimmt vielleicht. Vor allem aber erst einmal anders.
Für mich deutet das mal wieder auf eine Kollision von Lernverständnissen hin. Langweilige unzusammenhängende Daten zu lernen wird auch mit dem Computer oder mit “Neuen Medien” nicht aufregender oder einfacher. Für das Lernen in sozialen Zusammenhängen und an komplexen, lebensweltlichen, situierten Fragestellungen ist der Computer durchaus geeignet - wenn das didaktische Design drumrum stimmt.
Hier wird ein wenig auf das falsche Ende eingedroschen scheint mir… Es geht immer mehr darum, Kompetenzen zu vermitteln und das ist eben nicht so leicht. Hier wäre aber z.B. die Reflexion des Umgangs mit dem Rechner angebracht. Nicht nur auf Ebene der Lehrer, sondern auch auf der Ebene der Schüler. Genau in dieser Reflexion besteht das große Potential der Nutzung der Neuen Medien im Unterricht.
Diese Nachricht hat wohl auch andere animiert, sich darüber Gedanken zu machen.
Nachtrag: Ich habe Rückendeckung bekommen. Gabi Reinmann schreibt in viel schöneren Worten, was ich hier nur kurz skizziert habe.
Nachtrag II: Das Thema scheint in der Tat zu bewegen: Der eduFutureBlog hat sich auch damit beschäftigt.
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Verfasst von Sami Mussbach