Lernen mit neuen Medien – ab wann?

Eine Grundschullehrerin, der ich meine Diplomarbeit vorstellte, fragte mich, für welche Zielgruppe ich denn eigentlich schreibe. Anders gefragt, ab wann macht der Einsatz neuer Medien bzw. Werkzeugen des Web2.0 Sinn?
Ich finde das eine nicht einfach zu beantwortende Frage. Ich würde aber sagen, dass das Lernen mit neuen Medien erst dann Sinn macht, wenn die Kompetenzen zu Reflexivität aufgebaut sind. In dem Lernen in hybriden Lernumgebungen ist ein wesentlicher Aspekt, der immer wieder auftritt, das bewusste Reflektieren des Medieneinsatzes und der Potentiale und Restriktionen der einzelnen Werkzeuge.
Dazu muss aber ein ziemlich fortgeschrittener Reflexionsgrad erreicht sein. Erst einmal muss mit Klafki das gestaltende Handeln erprobt werden, danach erst sollten m.E. neue Medien eingesetzt werden.
Wann ist diese Entwicklungsstufe in etwa erreicht? Ich weiß es nicht, da werde ich jetzt noch einmal recherchieren müssen.

Advertisements

3 Responses to Lernen mit neuen Medien – ab wann?

  1. Ab wann ist der Mensch reflexionsfähig? Ist er doch schon, wenn der oder sie zur Schule kommt. Mein sechsjähriger Sohn geht seit Sommer zur Schule und kann erklären, was er gemacht hat und warum er auf die Idee gekommen, etwas so zu tun, wie er es gemacht hat. Die Kinder reflektieren durchaus. Selbstverständlich ihrer Altersstufe entsprechend.
    Lernen ist zudem meiner Meinung nach kein linearer Prozess im Sinne: Erst das, dann dies, dann das… Es kommt alles gleichzeitig und wird dann geordnet. Und zwar immer wieder neu. Dazu gehört, dass Fragen formuliert werden, bereits Gewusstes mit Unbekanntem in Beziehung gesetzt wird, wobei sich das Bekannte vielleicht wieder verändert etc. Ist doch spannend oder? Aber die Frage, ab wann Medienlernen Sinn macht, ist müssig.

  2. Danke für die Rückmeldung. Ich habe mich wohl etwas unglücklich ausgedrückt.
    Ich möchte Kindern keineswegs die Reflexionsfähigkeit absprechen. Die ist sicherlich schon früh da, nur eben wie du schreibst ihrer Altersstufe entsprechend.
    Ich halte die Frage ab wann mit neuen Medien gelernt werden sollte trotzdem nicht für müssig. Die kindliche Entwicklung ist sicherlich kein linearer Prozess, als überzeugter Konstruktivist wäre das ungefähr das Letzte, was ich behaupten könnte. Aber ich denke trotzdem, dass es eine Abfolge gibt, in der sich Kinder entwickeln. So wird m.E. die Motorik eher ausgebildet als die „Kopfarbeit“, mit der bewusst reflektierend Probleme gelöst werden. Diese bildet sich sicherlich gleichzeitig mit der Entwicklung der Motorik aus, ist aber erst später „einsatzbereit“.
    Bei dem Einsatz neuer Medien beschäftigen sich die Lernenden ja mit einem abstrakten Abbild von Problemen und nichts handfestem im materiellen Sinne. Diese Auseinandersetzung meinte ich mit der Reflexionsfähigkeit, da von dem abstrakten Problem auf der Lernplattform auf ein reales Problem abstrahiert werden muss. Die Frage, die ich mir gestellt habe ist, ab wann dieser Einsatz neuer Medien zur Problemlösung gewinnbringend ist und wann er zu früh wäre. Ab einem gewissen Alter eignen sich neue Medien sehr gut zur Kompetenzentwicklung, ich bin mir aber nicht sicher, ob dies schon bspw. in der ersten Klasse oder im Kindergarten zutrifft.

  3. P. Crespi sagt:

    Meiner Grundschullehrerin hätte ich freiwillig keinen Aufsatz vorgelegt, geschweige denn eine Diplomarbeit vorgestellt. Respekt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: